Professionell betreut sind die Bewohner im Haus Christophorus, die zur Zeit noch in Stolberg wohnen, in Kürze ihr neues Zuhause neben der Pfarrkirche St. Johannes in Herzogenrath-Merkstein beziehen werden. Eine Gruppe der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Merkstein hatte Gelegenheit, das im Rohbau befindliche Haus zu besichtigen.

Die AWO-Gruppe vor dem Rohbau an der Hauptstraße in Merkstein.

Einrichtungsleiter Rainer Schäffer hieß die Gäste willkommen und sagte, die Caritas Aachen, unter deren Regie das soziotherapeutische Wohnheim seit 1997 steht, lege Wert darauf, das für Merkstein neue Projekt von Beginn an transparent zu machen.

„Die Bewohner“, so Schäffer, „verlassen ein Haus in Stolberg, in dem sie sich wohlgefühlt haben.“ Das sei ein schwieriger Weg und müsse mental aufgefangen werden. Aber nach neuen gesetzlichen Vorgaben seien Einzelzimmer vorgeschrieben. Unter den Bedingungen der alten Villa in Stolberg hätte man niemanden mehr aufnehmen dürfen.

Leiter Rainer Schäffer informierte die AWO-Besucher.

 

Sehr offen, aber auch mit großer Empathie schilderte der engagierte Sozialarbeiter die gesundheitliche und soziale Situation, der 14 Bewohner, die aufgrund von übermäßigen Alkohol- oder Medikamentenkonsum auf individuelle Hilfe angewiesen sind.

 

Abstinenz ist gefordert

Im Haus Christophorus ist Abstinenz gefordert, was für die Betroffenen eine tägliche Anstrengung bedeute. Unabdingbar sei, eine feste Struktur in den Alltag zu bringen und die Menschen sinnvoll zu beschäftigen.

Das Haus in Merkstein bietet Platz für die Einteilung in zwei Gruppen mit jeweils einer eigenen Küche. Selbstversorgung ist angesagt mit allen dazugehörenden Pflichten. Außerdem sollen die Bewohner, so wie bisher in Stolberg, im Quartier ankommen, sollen Kontakte knüpfen zu Vereinen und nicht zuletzt zur Nachbarschaft.

Dass es für die Einhaltung fester Regularien kein Wenn und Aber gibt, konnte Rainer Schäffer an Beispielen überzeugend darlegen.

Informationsgespräch in der Baustelle des Wohnheimes.

 

Zum Team des Christophorus-Hauses gehören neben dem Leiter ein Sozialpädagoge, zwei Hauswirtschafterinnen, ein Arbeitstherapeut und eine Krankenschwester. Seit Jahren habe man, so Schäffer, ein funktionierendes Palliativ-Netzwerk geknüpft und am alten Standort mit einem guten Hausarzt zusammengearbeitet. Das werde auch in Merkstein gelingen.

Vor allem aber müsse man die Bewohner täglich motivieren, aus der festen Überzeugung, so der erfahrene Sozialarbeiter: „Jeder Mensch kann etwas.“