Wie schützen Senioren sich wirksam vor Kriminalität? Der im Polizeiauftrag ehrenamtlich tätige Sicherheitsberater Karl Heidlas informierte anschaulich beim AWO-Ortsverein Merkstein über aktuelle Vorfälle aus dem Raum Herzogenrath und über  unterschiedliche Ganoventricks.

 Seniorensicherheitsberater Karl Heidlas.

 

Sein Rat: Gesundes Misstrauen entwickeln, um es den Ganoven so schwer wie möglich zu machen. „Die haben nie Urlaub“, so Heidlas. „Ihre Opfer im Seniorenalter suchen sie im Telefonbuch anhand der Vornamen.“

Einbrüche

Alle vier Minuten geschehe in Deutschland ein Einbruch. Die Uhrzeit spiele dabei keine Rolle mehr. Und: in Mehrfamilienhäuser werde dreimal so häufig eingebrochen wie in Einfamilienhäuser – Stichwort Anonymität! Die Haustür im Mehrfamilienhaus ist Fluchtweg, dürfe nicht abgeschlossen werden. Unverzichtbar seien gute nachbarschaftliche Kontakte im Wohnumfeld. „Die beste Alarmanlage ist ein aufmerksamer Nachbar“, so der erfahrene Berater.

Regelmäßig nimmt Karl Heidlas an Schulungen im Polizeipräsidium teil und kann Informationen aus erster Hand weitergeben. Ohne Angst zu erzeugen schärfte er den aufmerksamen Zuhörern ein: „Sie müssen niemanden in die Wohnung lassen, auch die Polizei nicht!“ Das richtige Vorgehen: sich ausweisen lassen mit Namen, Dienstnummer und Uhrzeit – Tür zu – umgehend Kontrollanruf bei der Polizei! In letzter Zeit häufen sich die Anrufe falscher Polizisten.

Leichtgläubige Ältere

Karl Heidlas: „Bei einem echten Polizeianruf erscheint nie die 110 im Display. Die Polizei erfragt am Telefon nie Kontostand oder Inhalte von Schließfächern und andere sensible Daten.“ Auch andere Amtspersonen, zum Beispiel Staatsanwälte, werden vorgetäuscht. Alles Vorkommnisse in unserer Region, auf die Senioren hereingefallen sind. „Ältere Menschen sind zu leichtgläubig“, wusste der Fachmann realistisch zu sensibilisieren.

 

Berater Karl Heidlas sowie Ursula Foitzik und Horst Herberg vom AWO-Ortsverein.

 

Ausführlich ging er auf das Thema „Sicherheit im öffentlichen Bereich“ ein. Schwere Straßenkriminalität ist dankenswerterweise rückläufig, aber 90000 Taschendiebstähle jährlich in Deutschland lassen erahnen, wie leichtsinnig sich manche Zeitgenossen auch unter größeren Menschenmengen bewegen.

Ein Kurzfilm zeigte eindrucksvoll die Geschicklichkeit der Täter. Weitere Kurzfilme ergänzten die umfangreichen Informationen. Dass immer noch Senioren auf den „Enkeltrick“ hereinfallen, schien unglaublich. „Die Täter sitzen in Polen und in der Türkei“, wusste Heidlas. „Ihnen ist kaum beizukommen.“

Alarm

Ein Taschenalarmgerät, für kleines Geld zu erwerben, führte Karl Heidlas vor. Der schrille Lärm vertreibt jeden Angreifer. Auf die kostenlose Beratung durch das Kriminalkommissariat 44 verwies der Referent. „Die Beamten beraten auch vor Ort“.

Mit gespannter Aufmerksamkeit hatten die AWO-Gäste dem lebendigen Vortrag zugehört und sich mit ihren Fragen eingebracht. Vorsitzender Horst Herberg dankte Karl Heidlas herzlich für sein Engagement.