Der Baalsbrugger Mühle kommt eine besondere heimatgeschichtliche Bedeutung zu. Sie ist Teil des historischen Dreiecks und liegt zwischen dem Kloster Rolduc in Kerkrade und der Burg Rode in Herzogenrath. Einst war die Mühle auf der niederländischen Seite der Wurm zwischen Haanrade und Merkstein die Bannmühle. Die Äbte des Klosters Rolduc mußten hier ihr Getreide mahlen. Das einst völlig zerfallene Mühlengebäude ist jetzt weitgehend hergerichtet.

Bei der Besichtigung auf der Terrasse des Mühlengebäudes.

Eine Wandergruppe des AWO-Ortsvereins Merkstein informierte sich im Gespräch mit Marga Wolthuis über die Restaurierungsarbeiten. Die Mühlenbewohnerin übernahm die Ruine vor vielen Jahren und bemüht sich unentwegt, das Denkmal zu pflegen, damit es der Region erhalten bleibt. Damals konnte sich kaum jemand vorstellen, dass das zerfallene Gebäude wieder attraktiv wird.

Marga Wolthuis und Horst Herberg in der Küche des Mühlengebäudes.

 

Die AWO-Besucher besichtigten das Mahlwerk, mit dem Getreide zu Mehl verarbeitet werden kann. Das geschieht bislang mit elektrischem Strom. Ziel ist es, die Restaurierung zu vollenden, indem ein von Wasserkraft angetriebenes Mühlrad die Mühle betreibt.

Das Mahlwerk ist erneuert.

 

Mühlrad erwünscht

Ein vom Wasser des Grenzflusses Wurm angetriebenes Mühlrad wäre ein „optischer Gewinn für die das euregionale Umfeld“, erläuterte AWO-Vorsitzender Horst Herberg, der die Besuchergruppe leitete. Damit der Plan realisiert werden kann, muss mehr Wasser aus dem Fluss in den Mühlbach geleitet werden, berichtete Marga Wolthuis von der Stiftung Watermill. Die beteiligten Kommunen Stadt Herzogenrath und Gemeinde Kerkrade unterstützen das Vorhaben. Um den Wasserstand in dem Mühlbach zu erhöhen, muss die Fischtreppe in der Wurm um zwei bis drei Stufen erweitert werden, was durch den Wasserverband der Provinz Limburg im Benehmen mit der Unteren Wasserbehörde der Städteregion Aachen umzusetzen wäre.

Wanderer beim Gespräch in der Küche des historischen Gebäudes.

 

Wandern auf dem Wasserweg

Die Gäste waren sehr beeindruckt von dem Mühlengebäude, dankbar für den gewährten Einblick und wünschten viel Erfolg bei den weiteren Restaurierungsarbeiten. Die AWO-Wanderfreunde begaben sich dann zur Grenzstraße, wo sich der Einstieg zu dem naturbelassenen grenzüberschreitenden Wanderpfad „Wasserweg Wurm“ befindet. Der von der Naturfreunde-Ortsgruppe Merkstein mit kommunaler Hilfe vor wenigen Jahren angelegte Wanderweg führt vorbei an den natürlichen Mäandern der Wurm. Der geschützte Bereich ist Lebensraum sehr aktiver Biber. Das Ergebnis ist sichtbar, mehrere dicke Baumstämme sind angenagt oder bereits umgefallen.     

Der Wasserpegel im Mühlenkanal muss angehoben werden, damit das Mühlrad angetrieben wird.

 

Der erste Besichtigungs- und Wandertermin der AWO Merkstein in diesem Jahr war ein gelungener Auftakt für weitere Exkursionen, bei denen die Teilnehmer vor Ort Neues erfahren dürfen.

Die Mäander der natürlich belassenen Wurm begeistern Naturliebhaber.